KiTec - Kinder entdecken Technik

KiTec ist ein Projekt der Wissensfabrik: Sie beinhaltet eine Bildungspartnerschaft führender deutscher Großunternehmen mit sozialen Netzwerken. Dabei bildet die Zusammenarbeit mit Grundschulen einen besonderen Schwerpunkt. Dank der Unterstützung der Heidelberger Druckmaschinen wurde die Schillerschule Wiesloch großzügig mit Werkzeugen und speziell zusammengestellten „KiTec- Kisten“ ausgestattet. Ziel ist es, den Kindern Primärerfahrungen im Umgang mit Werkzeugen zu vermitteln. Dabei steht das Lernen in echten Situationen und mit echtem Material im Vordergrund. „Wie lang, wie breit, wie hoch? Kleben wir, schrauben wir oder nageln wir? Vor solche Probleme werden die Grundschüler gestellt, und sie sollen selbst zur Lösungsfindung beitragen. Der Geschäftsführer des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm, Herr Michael Fritz, meint dazu: „Erfahrungen, die im Kindesalter gemacht werden, sind prägend für das ganze Leben.“

Und was läuft im Klassenzimmer ?

Die Schülerinnen und Schüler
  • lernen die Werkzeuge kennen
  • machen einen „Werkzeug- Führerschein“
  • bauen Modelle
  • planen und organisieren ihr Handeln weitgehend selbstständig
  • organisieren sich in Teams
  • machen Erfahrungen mit technisch- physikalischen Prinzipien
  • stellen einen Bezug zur realen Technikwelt her.
Im Rahmen einer internen Weiterbildung wurden folgende Grundlagen für die Umsetzung festgelegt:

In der 1. Klasse lassen wir die Schülerinnen und Schüler zunächst selbstständig und ohne große Vorgaben (Freies Bauen) mit Holzklötzchen (Bauklötze aus MDF, von Päd. Ausstattungs- und Lernsysteme aus 51519 - Odenthal) spielen und arbeiten. Voraussetzung ist: genügend Bauklötze für alle Schülerinnen und Schüler, keine Werkzeuge, kein Nageln, Kleben oder Schrauben.

Für die 2. Klassen haben wir aus ähnlichem Material kleine Bausätze zur Verfügung: Wir bauen: einen Bleistifthalter, Teelichtständer, Scherenständer etc….. Hier wird in der Regel nur geklebt. Voraussetzung ist: sich genau an die Arbeitsanweisung zu halten, damit am Ende alle das gleiche Ergebnis erzielen.

In den 3. Klassen beginnen wir mit dem eigentlichen Kitec- Projekt. Voraussetzung dafür sind Werkbänke(ca. 5 pro Klassenzimmer, so dass pro Werkbank evt. zwei Kleingruppen daran arbeiten können), genügend Werkzeuge, die Grundausstattung in den gelieferten Baukästen wurde von uns ergänzt (z.B. stabile Schraubstöcke an den Werkbänken). Bevor man in den Bau eines Werkstücks einsteigt, sollten die einzelnen Werkzeuge den Kindern mit Namen bekannt sein (Werkzeugführerschein !), wofür man sie einsetzt und welche Sicherheitsregeln beim Umgang mit den Werkzeugen zu beachten sind. Dafür sollte man sich viel Zeit nehmen und jedes Mal erneut darauf hinweisen.

Für den theoretischen Teil des Werkzeugführerscheins müssen je nach Umfang 3-5 Unterrichtsstunden eingeplant werden. Behandelt werden hier Namen und Gebrauch der Werkzeuge, sowie Sicherheitsregeln für die Arbeit mit den Werkzeugkoffern. Der praktische Teil des Werkzeugführerscheins kann sein, ein eigenes kleines Werkstück anzufertigen (s.u.). Falls die meisten Kinder im Umgang mit den Werkzeugen noch nicht viel Erfahrung haben bietet es sich an, diesen in Form einer Stationsarbeit (Station zum „Nageln“, „Bohren“,….) einzuüben (Material findet sich im Begleitheft).

Für den Zusammenbau eines vorgegebenen Gegenstandes braucht man ca. 2 – 3 Unterrichtsstunden, wobei die erste Stunde eine reine Theoriestunde sein sollte. Dabei werden die einzelnen Arbeitsschritte besprochen und aufgeschrieben. Dann wird eine Skizze, bzw. Plan angefertigt. Diese Vorgehensweise hat sich bewährt, weil dann weniger Rückfragen der Schüler kommen, sie viel selbstständiger arbeiten und sich auch gegenseitig helfen können.

Zum Schluss werden die Werkzeuge wieder sorgfältig aufgeräumt , der Arbeitsplatz sauber gefegt und es folgt eine kleine Präsentation der Ergebnisse.

Die Schüler sind stets hoch motiviert, alle waren bislang ausnahmslos eifrig bei der Sache. Gute Vorbesprechung mit den Schülern ist sehr wichtig und sinnvoll, außerdem sollte man unbedingt die einzelnen Werkstücke selbst vorher einmal zusammengebaut haben, um die Schwierigkeiten zu erkennen. (Größen- und Längenverhältnisse, - schrauben, nageln oder kleben ?)

Erst wenn diese Teilschritte von allen verinnerlicht wurden, kann man daran gehen, die Schüler ein eigenes Werkstück bauen zu lassen (4. Klasse). Das heißt sie erhalten den Auftrag, einen genauen Plan ihres Werkstücks anzufertigen, welcher sowohl Längenmaße, als auch eine Liste des benötigten Materials beinhaltet. So kann verhindert werden, dass zuviel Material verschwendet wird.

Die Schüler sind sehr kreativ und haben gute Ideen. Sie haben Würfel, Flugzeuge, Schiffe, Schwerter u.v.m. gebaut, welche häufig sehr gut gelungen sind. Es ist jedoch enorm wichtig, dass sie ihre Ideen sehr genau schriftlich ausarbeiten. Meiner Erfahrung nach sollten die Schüler zu zweit an einem Werkstück arbeiten, damit die Arbeits- und Planungsphasen konzentriert und produktiv verlaufen. Das bedeutet in der Praxis, dass nicht alle Schüler einer Klasse gleichzeitig arbeiten können, welches ein Nachteil ist. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass die Herstellung eines völlig selbstständig erdachten Werkstücks sehr zeitintensiv ist. Allein das Umräumen des Klassenzimmers und Bereitstellen der Werkbänke und am Ende das sorgfältige Aufräumen der Kästen und des Zimmers brauchen meist mehr Zeit als eingeplant. Daher lohnt sich das Arbeiten mit Kitec erst ab 2 Unterrichtsstunden.